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BStuF SoSe 2018

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Hier können Sie den Beck'schen Studienführer Jura (SoSe 2018) lesen - mit vielen hilfreichen Tipps zum Jurastudium.

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Beitrag | Wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung (WiwiZ) Wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung (WiwiZ) | Beitrag 44 45 Die WiwiZ für Juristen an der Universität Bayreuth Der Autor Prof. Dr. Kay Windthorst studierte Rechtswissenschaft an der LMU München und legte dort erfolgreich sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab. Danach absolvierte er sein Rechtsreferendariat im Freistaat Bayern, das er mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen abschloss. Nach einer Tätigkeit als Rechtsanwalt für Verwaltungsrecht promovierte er mit „summa cum laude“ an seiner Alma Mater und wurde 2008 von der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln habilitiert. Nach zwei Semestern als Lehrstuhlvertreter nahm er 2009 einen Ruf auf eine Professur für Öffentliches Recht an der Universität Bayreuth an und ist dort seit 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Rechtsdogmatik und Rechtsdidaktik. Außerdem ist er Studiengangsmoderator für die WiwiZ. 1. Konzeption Die enge Verflechtung von Recht und Wirtschaft prägt in zunehmendem Maße die Berufspraxis der Juristen. Auch von Juristen, die in „klassischen“ rechtlichen Arbeitsfeldern wie in der Justiz, der Verwaltung oder der Rechtsberatung tätig sind, wird zunehmend erwartet, dass sie die wirtschaftlichen Bezüge der Rechtsordnung überblicken, ökonomische Problemstellungen selbstständig erkennen und bei der Entwicklung von Lösungen angemessen berücksichtigen können. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, haben die Studierenden der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth bereits seit 1983 die Möglichkeit, ihr juristisches Studium durch eine Wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung, die sogenannte „WiwiZ“, zu ergänzen. Diese besondere Ausbildung existiert somit seit knapp 35 Jahren und hat sich zu einem bundesweit anerkannten Erfolgsmodell entwickelt. Diese Zusatzausbildung kann in dieser Qualität nur deshalb bereitgestellt werden, weil die Universität Bayreuth eine sogenannte Doppelfakultät ist, in der Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften in einer Fakultät vereint sind. Sie ist somit in der Lage, neben den juristischen Lehrveranstaltungen auch vielfältige wirtschaftswissenschaftliche Lehrveranstaltungen mit umfangreichen Wahlmöglichkeiten bereitzustellen. Da diese Struktur nur an wenigen Universitäten in Deutschland besteht, ist sie ein besonderes Merkmal der Universität Bayreuth im Allgemeinen und der WiwiZ im Besonderen. Es ermöglicht eine interdisziplinäre Ausbildung, die immer größere Bedeutung gewinnt. Die Zusatzausbildung ist nicht bloß als ein im Umfang verringertes wirtschaftswissenschaftliches Studium konzipiert. Vielmehr bietet sie angehenden Juristen neben einer hochqualifizierten rechtswissenschaftlichen Ausbildung zusätzlich grundlegende Kenntnisse der Betriebsund Volkswirtschaftslehre, die praxisnah vermittelt werden. Die Teilnahme an der WiwiZ ist für Studierende der Rechtswissenschaft der Universität Bayreuth freiwillig. Befragungen der Studierenden belegen, dass das rechtswissenschaftliche Studium an der Universität Bayreuth vor allem aufgrund der in dieser Form bundesweit einzigartigen Zusatzausbildung attraktiv ist. Wegen der Möglichkeit des Erwerbs dieser Zusatzqualifikation wählen knapp 90 % der Bayreuther juristischen Studienanfänger die Wagner-Stadt als Studienort. 2. Ziele Die WiwiZ vermittelt praxisbezogene Kenntnisse, die für wirtschaftsorientierte Tätigkeiten einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Juristen können und müssen Entscheidungen nicht nur rechtlich, sondern auch ökonomisch konzeptionieren und verantworten. Dabei ist die Zusatzausbildung so angelegt, dass sie ohne Verzögerung des juristischen Studiums absolviert werden kann. Sie stellt somit eine für Studierende günstige Alternative zu einem kraft- und zeitraubenden Doppelstudium von Recht und Wirtschaft dar. Durch den Abschluss soll nachgewiesen werden, dass der Studierende die wirtschaftlichen Bezüge der Rechtsordnung überblickt und die Fähigkeit besitzt, wirtschaftliche Probleme selbstständig zu erkennen sowie praxisnahe Lösungen zu entwickeln. 3. Abgrenzung gegenüber einem Bachelorstudium Die WiwiZ weist als Zusatzausbildung wesentliche Unterschiede zu einem rechtlichen Bachelorstudium mit wirt- schaftlicher Ausrichtung oder einem wirtschaftswissenschaftlichen Bachelorstudium mit rechtlicher Ausrichtung auf. Diese Differenzen sind für die Studierenden vorteilhaft und machen die WiwiZ besonders attraktiv. Wesentliche Vorzüge der WiwiZ sind: n Sie ist in das Jurastudium an der Universität Bayreuth integriert und mit diesem abgestimmt. n Im Unterschied zu Bachelorstudiengängen ist die WiwiZ flexibel in Bezug auf die zu besuchenden Lehrveranstaltungen und die abzulegenden Prüfungsleistungen. Das eröffnet den Studierenden einen erheblich größeren Gestaltungsspielraum als dies bei Bachelorstudiengängen der Fall ist. n Die WiwiZ führt zu einer Entlastung im Rahmen des Jurastudiums, weil der Grundlagenschein in der WiwiZ als Grundlagenschein im Rahmen der juristischen Zwischenprüfung angerechnet wird. Mit nur einer Klausur können somit zwei Prüfungsanforderungen absolviert werden. n Darüber hinaus führt die WiwiZ zu einer Verlängerung des sogenannten Freiversuches für die Erste Juristische Staatsprüfung. Während ein Freiversuch Blick auf das Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften auf dem Bayreuther Campus. in Bayern grundsätzlich nur nach dem achten Semester gewährt wird, verlängert sich diese Frist bei erfolgreichem Abschluss der WiwiZ um ein Semester, so dass der Freiversuch noch nach Vorlesungsschluss des neunten Semesters möglich ist. Dieser Zeitgewinn bietet einen erheblichen Vorteil, weil nur wenige Studierende der Rechtswissenschaft schon nach dem achten Semester in der Lage sind, die Erste Juristische Staatsprüfung abzulegen. Dagegen kann bei einem Bachelorstudiengang diese Fristverlängerung nicht gewährt werden, weil dieser – im Gegensatz zur WiwiZ – nicht als eine vom Landesjustizprüfungsamt anerkannte studienbegleitende wissenschaftliche Zusatzausbildung anerkannt ist. n Auch im Hinblick auf das BAföG bietet die WiwiZ Vorteile. Denn sie stellt im Unterschied zu einem Bachelorstudiengang als Zusatzausbildung kein Zweitstudium dar, so dass BAföG auch dann gewährt werden kann, wenn gleichzeitig ein juristischer Studiengang belegt wird. n Schließlich ist die Arbeitsbelastung („Workload“) bei der WiwiZ erheblich geringer als bei einem Bachelorstudium. ❱❱ Foto: © Pressestelle Universität Bayreuth www.beck.de Beck‘scher Studienführer Jura Beck‘scher Studienführer Jura